Meilensteine der Verlagsgeschichte

1926


Gründung in unsicheren Zeiten

Deutschland befindet sich in der Weimarer Republik. Reparationen, politische Instabilität und wirtschaftliche Unsicherheit prägen das Land. Dennoch erkennen sechs Vertreter der Handwerkskammern Arnsberg, Bielefeld und Dortmund einen klaren Bedarf. Das Handwerk braucht eine verlässliche publizistische Stimme. 

Am 21. Juni 1926 unterzeichnen sie den Gesellschaftervertrag für die Verlagsanstalt. Mit 9.000 Reichsmark Stammkapital nehmen Schornsteinfegermeister Paul Steinkühler, Präsident der HWK Dortmund, und Syndikus Dr. Theodor Sackmann, Hauptgeschäftsführer der HWK Dortmund, ihren Auftrag an: „die Herstellung und den Vertrieb von Verlagswerken, Büchern und Formularen, die das Handwerk betreffen.“ 

Das erste Ergebnis ist ein Handwerker-Adressbuch, praktisch, nützlich – und wird vom Reichsverband des Deutschen Handwerks sofort allen Kammern im Reich empfohlen. 

Foto: © BillionPhotos.com/iStock.com

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1933

Eine gemeinsame Stimme für das Handwerk

Bis Anfang 1933 hatte jede Kammer ihre eigene Berichterstattung. Am 1. Januar 1933 erscheint erstmals die Westdeutsche Handwerks- und Gewerbezeitung – herausgegeben von den Kammern Arnsberg, Düsseldorf, Bielefeld und Dortmund. Nur 798 Bezieher lesen die erste Ausgabe. Bis Dezember wächst die Auflage bereits auf 8.150 Exemplare. 

Die 1930er-Jahre bringen Wachstum, aber auch Anpassungsdruck. Paul Steinkühler wird von den neuen Machthabern aus der Leitung der Verlagsanstalt gedrängt. Wie viele Institutionen arrangiert sich auch der Verlag mit dem nationalsozialistischen System. 

Als die Kriegsmaschinerie den Papierverbrauch einschränkt, bricht das Blatt, inzwischen mit 25.500 Abonnenten, wirtschaftlich ein. 1943 wird die Handwerks-Zeitung auf Anordnung der Reichspressekammer eingestellt. 

1949

Neustart nach dem Krieg

Fast sechs Jahre dauert es, bis wieder eine gemeinsam getragene Handwerkszeitung erscheint. Entscheidend dafür ist der Düsseldorfer Kammerpräsident Georg Schulhoff, dem es mit Unterstützung des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Karl Arnold gelingt, die Lizenz für eine neue Zeitung zu erwirken. 

1949 erscheint die Handwerkszeitung neu, als offizielles Organ der Kammern Arnsberg, Bielefeld, Detmold, Dortmund und Düsseldorf, mit 14.967 Abonnenten.  

Im selben Jahr erscheint die 6. Auflage des Sackmann – das Lehrwerk für angehende Meister und Meisterinnen im Handwerk, das sich zur zweiten tragenden Säule des Verlags entwickeln wird. 

Foto: © Bildarchiv VH

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1953

Recht und Ordnung für das Handwerk

Seit 1953 druckt und vertreibt die Verlagsanstalt Handwerk die Handwerksordnung, den zentralen Gesetzestext für Handwerksbetriebe in Deutschland. 1970 kommen die Aushangpflichtigen Gesetze hinzu. Beide Titel erscheinen bis heute in aktuellen Auflagen. 

Mitte der 1950er-Jahre schließen sich auch die vier rheinland-pfälzischen Handwerkskammern Koblenz, Trier, Mainz und Kaiserslautern der gemeinsamen Herausgeberschaft der Handwerks-Zeitung an. Mit den Jahren des wirtschaftlichen Aufschwungs steigt die Auflage bis 1959 auf 52.000 Exemplare. 

Foto: © Bildarchiv VH
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1971–1980

Wachstum und neues Zuhause

1971 erfolgt die Umfirmierung zur Verlagsanstalt Handwerk GmbH. 1980 zieht das Unternehmen von Dortmund nach Düsseldorf in ein eigenes Haus. Die Zeitschriftenpalette wächst auf acht Fachtitel, darunter Kunst und Handwerk und Neues Glasin einer deutsch-amerikanischen Ausgabe. 

Foto: © Verlagsantalt Handwerk

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Foto: © Bildarchiv VH

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1990er-Jahre

Das Deutsche Handwerksblatt erhält sein heutiges Gesicht

Mit der deutschen Wiedervereinigung erweitert sich auch das Verbreitungsgebiet des Verlags. Erste Handwerkskammern aus den neuen Bundesländern schließen sich bereits Anfang der 1990er-Jahre an, darunter Leipzig und Rostock (später im Zuge einer Fusion mit der Handwerkskammer Neubrandenburg zur Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern zusammengeführt).

1996 folgen die Handwerkskammern Cottbus, Frankfurt (Oder) und Potsdam. Ebenfalls in der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre kommt die Handwerkskammer des Saarlandes als weiterer Herausgeber hinzu.

Mitte der 1990er-Jahre wird der Titel in Deutsches Handwerksblatt umbenannt. Im Zuge dieser Neuausrichtung bleibt das klassische Zeitungsformat zunächst bestehen. Parallel dazu wird in den Brandenburger Kammerbezirken erstmals ein modernes Magazin eingeführt.

1996 startet zudem die Weiterbildung zum Betriebswirt des Handwerks. In Zusammenarbeit mit dem ITB in Karlsruhe entwickelt die Verlagsanstalt Handwerk Lehrgangsunterlagen zur Vorbereitung auf die Prüfung

Foto: © Bildarchiv VH
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2005

Der Einstieg ins Digitale

2005 startet handwerksblatt.de in eigener Regie und mit Augenmaß. Während andere im Netz Unsummen verbrennen, wächst die Plattform organisch. Online-Services wie Meisterschulen, Azubi-Test und das Handwerkslexikon werden schnell zu stark genutzten Angeboten. 

Im selben Jahr startet der VH-Buchshop als zentrale Anlaufstelle für alle VH-Publikationen sowie das Magazin GründerNavi mit praxisnahen Informationen für Gründerinnen und Gründer im Handwerk.

Foto: © Bildarchiv VH

Foto: © Thomas Plettenberg

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2008

Miss und Mister Handwerk

Das Deutsche Handwerksblatt kürt erstmals Miss und Mister Handwerk mit Fotoshooting und Wahlveranstaltung auf der Internationalen Handwerksmesse IHM in München. 
Der Wettbewerb etabliert sich und wird 2017 vom Branchenverband Deutsche Fachpresse mit Bester Award als Fachmedium des Jahres ausgezeichnet. 

2010

Der Sackmann wird digital​

2005 startet handwerksblatt.de in eigener Regie und mit Augenmaß. Während andere im Netz Unsummen verbrennen, wächst die Plattform organisch. Online-Services wie Meisterschulen, Azubi-Test und das Handwerkslexikon werden schnell zu stark genutzten Angeboten. 

Im selben Jahr startet der VH-Buchshop als zentrale Anlaufstelle für alle VH-Publikationen sowie das Magazin GründerNavi mit praxisnahen Informationen für Gründerinnen und Gründer im Handwerk.

Foto: © Bildarchiv VH

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2013

Portfolio-Erweiterung durch Übernahmen

2013 übernimmt die VH vom Kleffmann Verlag in Bochum die Fachzeitschriften RTS Magazin, LIFTjournal, Fassade und Forum Wintergärten. 2020 werden FASSADE und Glas+Rahmen zum neuen Titel Gebäudehülle.net – Das Fachmagazin für Fassade, Fenster und Glas zusammengeführt. 

2019–2021

Neue Plattformen, neue Formate

Mit der Digithek.de entsteht eine Plattform für digitale Fachmedien, inklusive der bundesweiten Digitalausgabe des Deutschen Handwerksblatts. Neue redaktionelle Formate kommen hinzu: artifex (2021) verbindet Handwerkskunst mit Kultur, Reisen und Freizeit. Suu:m (2023) liefert als kostenfreies digitales Leseangebot des DHB kompakte, praxisnahe Inhalte für Betriebe und Mittelstand. 

Unter der Dachmarke Power People entstehen Social-Media-Formate wie die Handwerks Kochshow und Sandra macht Praktikum, die das Handwerk auf Instagram, TikTok und YouTube ins Rampenlicht rücken. Auch der Wettbewerb Miss und Mister Handwerk ist Teil der Dachmarke. 

Foto: © Bildarchiv VH

Foto: © vh-Media

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Heute

100 Jahre.
Und kein bisschen müde.

Heute ist das Deutsche Handwerksblatt (DHB) offizielles Organ von 17 Handwerkskammern. Seit 2025 gehört auch die Handwerkskammer Aachen zu den Herausgebern. 

Das DHB erscheint vollständig im modernen Magazinformat und erreicht mit rund 350.000 Exemplaren in Print- und Digitalausgaben Betriebe und Entscheidungsträger im gesamten Bundesgebiet. Damit gilt es als das auflagenstärkste Wirtschaftsmagazin Deutschlands. 

Seit fast einem Jahrhundert verbindet die Verlagsanstalt Handwerk institutionelle Verankerung mit verlegerischer Unabhängigkeit. Den Herausforderungen der kommenden Jahre – etwa durch Künstliche Intelligenz, Automatisierung und dem Wandel der Arbeitswelt – begegnet das Unternehmen mit denselben Grundsätzen wie 1926: publizistische Qualität und wirtschaftliche Eigenständigkeit, aus und für das Handwerk.